Reifenwechsel – so klappt es garantiert

Um sich den teuren Radwechsel in der Fachwerkstatt zu sparen, benötigt man nicht viel. In unserem Ratgeber beschäftigen wir uns heute mit dem Thema Reifenwechsel. Mit ein paar gekonnten Handgriffen und ein bisschen handwerklichem Geschick kannst du hier selbst Hand anlegen und entlastest zusätzlich deinen Geldbeutel. Du benötigst zwar ein paar Werkzeuge, welche sich aber schnell wieder bezahlt machen.

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Hier erklären wir dir Schritt für Schritt den Reifenwechsel, damit du diesen erfolgreich abschließen kannst.

 

Für den Reifenwechsel werden zunächst folgende Werkzeuge benötigt:

Statte dich richtig aus & halte dich an unsere Anleitung. Dann wird der Reifenwechsel zum Kinderspiel / © Karin & Uwe Annas – Fotolia.com

  • Drahtbürste* dient dazu die Radnabe – die Auflagefläche des Reifen – von Rost und Dreck zu befreien.
  • Drehmomentschlüssel* damit du die Radschrauben mit dem eingestellten Drehmoment befestigen kannst.
  • Rangierwagenheber* besorge dir einen Hydraulikheber und nehme dir nicht den Heber aus deinem Fahrzeug. Dieser eignet sich nur für den absoluten Notfall, ein Wagenheber mit gutem Stand erleichtert dir die Arbeit beim Reifenwechsel.
  • Bock* optional zum Reifenwechsel, dieser soll beim Aufbocken den Hydraulikheber entlasten.
  • Radkreuz* besorge dir auch hier ein Radkreuz. Der Schlüssel aus deinem Bordwerkzeug ist hier nicht zu empfehlen.
  • Reifenkreide/Fettkreide* um die Reifen entsprechend der Position zu markieren.

Einen passenden Drehmomentschlüssel für den anstehenden Reifenwechsel findest du in unserer Bestenliste bis 210 Nm. Außerdem kannst du im Bestseller schauen oder im Online-Berater bequem das richtige Werkzeug ausfindig machen. Weitere Produkte zum Reifenwechsel findest du bei Amazon*.

Sobald alles beisammen ist, solltest du noch sicherstellen, dass dein Fahrzeug auf festem Untergrund steht. Hier eignet sich besonders gut asphaltierter Boden. Achte darauf, dass der Bodenbelag nicht nass ist.


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Und schon geht‘s los! – Der Reifenwechsel

  1. Gang einlegen, Handbremse anziehen.
  2. Löse mit Hilfe des Radkreuzes die Schrauben des Reifens an.
  3. Nehme dir den Wagenheber zur Hilfe. Die Stelle, an dem du ansetzen kannst, findest du am besten in der Betriebsanleitung. Bei Unsicherheiten solltest du in der Werkstatt nachfragen.

Tipp: Du brauchst das Fahrzeug nicht so hoch heben. Meist reicht es aus, dass zwischen Reifen und Untergrund ein paar Zentimeter Luft sind. Dies erleichtert dir die Arbeit und dein Fahrzeug verliert nicht an Halt, wenn du es zu hoch aufbockst.

  1. Solltest du mit einem Bock arbeiten – stellen dir diesen zur Unterstützung unter das Auto.
  2. Nun kannst du alle Schrauben vollständig herausdrehen und das alte Rad herunternehmen. Wenn du die Reifen einlagern möchtest, versehe dir nun auf der Lauffläche des Reifens mit Hilfe der Reifen- oder Fettkreide entsprechend die Position. Am gebräuchlichsten sind dabei folgende Kürzel:

VL = vorne links

VR = vorne rechts

HL = hinten links

HR = hinten rechts

  1. Jetzt muss die Radnabe vom Rost befreit werden – Hier kommt die Drahtbürste zum Einsatz.

Wichtig: Hierbei solltest du unbedingt den Rost auf der Radnabe entfernen. Denn Rost zwischen dem Rad und der Achse stellt ein Sicherheitsrisiko dar! Wenn du schon dabei bist, kannst du gleich den Verschleiß oder gar Defekte deiner Bremsanlage oder der Aufhängung bzw. Federung überprüfen und ausfindig machen.

  1. Das neue Rad aufziehen. Orientiere dich hier wieder an den Positionen auf deinem Reifen. Allerdings sollte achsweise die Position des Reifens getauscht werden, was heißt – aus dem Reifen vorne rechts wird hinten rechts – hinten links wird vorne links.
  2. Setze die Schrauben ein. Drehe mit Hilfe des Radkreuzes diese über Kreuz leicht fest.
  3. Nun senkst du den Wagen ein wenig ab, bis der Reifen Kontakt mit dem Boden hat. Er lässt sich jetzt nicht mehr drehen.
  4. Die Schrauben werden mit Hilfe des Drehmomentschlüssels nachgezogen bis das zuvor gewünschte und eingestellte Drehmoment erreicht wurde.

Tipp: Das benötige Anzugsmoment für Ihren Drehmomentschlüssel kannst du in unserem Ratgeber Den Drehmomentschlüssel einstellen nachlesen. Zusätzlich bieten wir dir auf unserer Seite Welche Drehmomente bei Alufelgen eine weitere Übersicht. Ebenfalls zu finden ist dieser in der Gebrauchsanleitung deines Fahrzeuges. Bei Unsicherheiten solltest du in der Werkstatt nachfragen.

  1. Ziehe die Schrauben wieder über Kreuz mit dem Drehmomentschlüssel fest.
  2. Lasse dein Fahrzeug ab und wiederhole die vorherigen Schritte, bis du alle Reifen gewechselt hast.
  3. Hast du nun alle Reifen gewechselt, überprüfst du noch den Luftdruck deiner Reifen. Dieser sollte beim nicht beladenen Fahrzeug zwischen 2,0 und 2,5 bar liegen. Genaue Angaben erhältst du in der Betriebsanleitung deines Fahrzeugs oder direkt vom Hersteller.
  4. Zu guter Letzt – nach 50 gefahrenen Kilometern: Überprüfe mit Hilfe des Drehmomentschlüssels das Anzugsmoment der Radschrauben. Ziehe bei Bedarf nochmals nach.
Unser drehmomentschluesseltests.de-Fazit

Mit der richtigen Anleitung und dem richtigen Werkzeug ist der Reifenwechsel recht einfach. Halte dich an unsere Tipps, dann wirst du den nächsten Reifenwechsel bestimmt selbst vornehmen können.

 

 

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